Aromatherapie für Tiere

Die Geschichte der Aromatherapie

Die Therapie mit ätherischen Ölen und Düften zählt zu den ursprünglichsten Therapieformen der Menschheits-Geschichte. Schon in der Antike nutzte man die schlaffördernde und desinfizierende Wirkung von Pflanzendüften.

Der französische Kosmetikchemiker René-Maurice Gattefossé prägte 1937 den Begriff Aromatherapie. Er verstand darunter vor allem die Behandlung mit antiseptisch wirkenden ätherischen Ölen, insbesondere auch im Kontakt mit der Haut.

Was genau ist Aromatherapie?

Unter Aromatherapie versteht man die therapeutische Verwendung von Duftstoffen bzw. ätherischen Ölen zur Heilung, Linderung oder Verhinderung von Erkrankungen, Infektionen und Unwohlsein.

Die Duftstoffe gelangen u.a. durch Inhalation, Massagen oder über Kompressen in den Körper.

Mit dieser Therapie werden Körper und Psyche gleichermassen angesprochen.

Lavandula angustifolia (echter Lavendel) wirkt beruhigend, entspannend und stressmindernd. Lavendel-Hydrolat desinfiziert und regeneriert die Haut, z. B. bei Verbrennungen, Entzündungen oder Pilzbefall. Bild: Pixabay / John_Nature_Photos
Lavandula angustifolia (echter Lavendel) wirkt beruhigend, entspannend und stressmindernd. Lavendel-Hydrolat desinfiziert und regeneriert die Haut, z. B. bei Verbrennungen, Entzündungen oder Pilzbefall. Bild: Pixabay / John_Nature_Photos

Was sagt die Wissenschaft?

Wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahrzehnte belegen die Wirksamkeit traditionell angewandter ätherischer Öle. Je nach Zusammensetzung haben diese Stoffe verschiedene Eigenschaften, z.B. antimikrobielle Wirkungen, die Anregung von Sekretionsprozessen in Atmungs- und Verdauungstrakt oder auch die Auflösung von Krämpfen und Spannungszuständen.

Bei Mäusen konnte die sedierende Wirkung eines Lavendelöl-Inhalats (aus Lavandula angustifolia) wissenschaftlich nachgewiesen werden. Diese wurden durch eine Coffein-Injektion hyperaktiv und konnten sich mit Hilfe des Lavendelöl-Duftes deutlich beruhigen. In einem weiteren Versuch wurde Rosmarinöl getestet, welches auf die Mäuse aktivierend wirkte. Die per Inhalation zugeführten Substanzen konnten im Blut der Tiere nachgewiesen werden.

Düfte sind eng mit Emotionen und Erinnerungen verknüpft

Von besonderer Bedeutung ist die Anregung des Geruchssinns, durch die Inhalation von ätherischen Ölen und die Weiterleitung der dadurch entstehenden Impulse in das limbische System. Hier kommt es zu emotionalen Reaktionen. Es werden Körperfunktionen reflektorisch beeinflusst und Erinnerungsreaktionen ausgelöst.

Wir alle kennen es, wenn wir einen Geruch wahrnehmen mit dem wir eine Erinnerung verbinden. Vielleicht war es die Sonnencreme aus einem lange zurückliegenden Urlaub, die wir aber nur damals verwendet haben. Auch Jahre danach werden die Erinnerungen mit der Aufnahme des Geruchs reaktiviert. 

Ätherische Öle

Ätherische Öle dienen den Pflanzen unter anderem als Schutz vor bakteriellen Infektionen und Pilzbefall. In Blüten locken die Öle Insekten an. Auch in Balsamen und Harzen sind ätherische Öle wichtige Bestandteile. Sie werden durch verschiedene physikalische und chemische Methoden wie Wasserdampfdestillation, Pressung oder Extraktion mit flüchtigen Lösungsmitteln aus den Pflanzen gewonnen. Es werden hierbei Blätter, Blüten, Samen, Früchte, Zweige und Wurzeln genutzt.

Pfefferminz-Öl wirkt anregend, erfrischend, schmerzlindernd und krampflösend. Menschen, Hunde und Pferde mögen den Menthol-Duft und die kühlenden Effekte. Bild: Pixabay / congerdesign
Pfefferminz-Öl wirkt anregend, erfrischend, schmerzlindernd und krampflösend. Menschen, Hunde und Pferde mögen den Menthol-Duft und die kühlenden Effekte. Bild: Pixabay / congerdesign

Anwendung der Aromatherapie

Vielfach bewährt hat sich die Anwendung über die Inhalation. Dies ist ein einfacher und effektiver Weg mit guter Bioverfügbarkeit und schnellem Wirkungseintritt. Die Schleimhäute der Nase bieten direkten Zugang zum zentralen Nervensystem.

Der Vorteil der Inhalation ist, dass Überdosierungen oder Akzeptanzprobleme eine untergeordnete Rolle spielen. Auch Hautreaktionen können gar nicht erst ausgelöst werden. 

Empfehlenswert ist diese Applikationsform für Katzen und mit entsprechender Vorsicht für Welpen.

Für geschlossene Räume können beispielsweise Duftlampen, Räuchereinrichtungen oder Duftsteine verwendet werden.

Ausserhalb der Wohnung kann man die Aromatherapie nutzen, indem man Duftstoffe auf die Ausrüstung des Hundes aufträgt oder ihm ein Halstuch umbindet, auf das der Duftstoff aufgetragen wird. 

Bei Anwendung auf der Haut werden die ätherischen Öle in geeignete Basisöle oder Salbengrundlagen gemischt. Ätherische Öle dürfen nicht unverdünnt auf Haut oder Schleimhäuten angewendet werden, da sie Entzündungen auslösen können. 

Ist eine Allergie-Neigung bekannt sollte auf eine Anwendung auf der Haut verzichtet und eine Inhalation bevorzugt werden. 

Was ist unbedingt zu beachten?

Katzen fehlen bestimmte Enzyme im Körper, um ätherische Öle verstoffwechseln zu können. Daher bitte niemals zu Hause "herumexperimentieren", sondern immer einen fachkundigen Rat einholen. Bild : Pixabay /  Chiemsee2016
Katzen fehlen bestimmte Enzyme im Körper, um ätherische Öle verstoffwechseln zu können. Daher bitte niemals zu Hause "herumexperimentieren", sondern immer einen fachkundigen Rat einholen. Bild : Pixabay / Chiemsee2016

In der Humanmedizin wird darauf hingewiesen, dass bei der Anwendung von ätherischen Ölen bei Kindern, Schwangeren und geschwächten Personen Vorsicht geboten ist.

Grenzen und Kontraindikationen gibt es auch bei Tieren. 

Die Leber hat eine zentrale Rolle beim Abbau der ätherischen Öle. Zwar wird ein überwiegender Teil über Lunge und Haut abgegeben, dennoch ist eine funktionierende Glukuronidierung und Sulfatierung in der Leber Voraussetzung. 

Hier ist insbesondere die natürliche Glukuronidierungsschwäche bei der Katze zu nennen, so dass Katzen nur mit Vorsicht therapiert werden sollten. 

Aber auch Jungtiere anderer Tierarten verfügen noch nicht über ausreichende Kapazitäten zum Abbau ätherischer Öle. Ältere Tiere können in der Leberleistung bereits eingeschränkt sein. 

Tragende Tiere sollten keine Aromatherapie erhalten und bei neugeborenen Tieren sollte keine Anwendung ätherischer Öle in Gesichts- und Nasenbereich erfolgen. 

Vorsicht ist grundsätzlich auch bei Epileptikern geboten.

Gebrauchs- und Lagerungs-Hinweise

Fehler bei der Lagerung können allergieauslösende Substanzen entstehen lassen, z.B. durch den Einfluss von Wärme, Licht und Sauerstoff.

Ätherische Öle sollten deshalb in möglichst kleinen Gebinden abgefüllt sein und nach Gebrauch sofort wieder verschlossen werden. Eine kühle und dunkle Lagerung ist optimal. Die Öle sollten zeitnah verbraucht werden.

Rosmarin-Öl wirkt anregend bei Trägheit und Antriebslosigkeit (Inhalation). Rosmarin-Hydrolat erfrischt und hemmt Entzündungen. Es hat eine kreislaufanregende Wirkung  und verhilft müden Tieren aktiver zu werden. Bild: Pixabay / 1195798
Rosmarin-Öl wirkt anregend bei Trägheit und Antriebslosigkeit (Inhalation). Rosmarin-Hydrolat erfrischt und hemmt Entzündungen. Es hat eine kreislaufanregende Wirkung und verhilft müden Tieren aktiver zu werden. Bild: Pixabay / 1195798

Auf die Qualität kommt es an

Für die Therapie eignen sich nur naturreine ätherische Öle, keine naturidentischen Duftöle und Essenzen, welche synthetisch hergestellt werden.

Naturreine ätherische Öle enthalten z.T. hunderte verschiedene Inhaltsstoffe und haben daher ein wesentlich umfassenderes Wirkspektrum sowie eine nachweislich bessere Verträglichkeit - sogar bei Allergikern.

Bei der Kennzeichnung der Öle ist darauf zu achten, dass neben dem deutschen Namen auch die vollständige lateinische Bezeichnung angegeben ist, da verschiedene Unterarten einer Pflanze unterschiedliche Wirkungen zeigen können.

Schadstoffe

Tier und auch Besitzer sind Tag für Tag unzähligen Einflüssen ausgesetzt. Neben diversen Umweltgiften und hochgiftigen Substanzen im Haushalt sind hier auch synthetische Duftstoffe zu nennen. Aromatisierte Putz- und Waschmittel, Duftkerzen, synthetische Duftöle oder Raumerfrischungssprays - sie alle können die Atemwege und den Organismus unserer Haustiere belasten. Allergien, Probleme mit den Entgiftungsorganen oder Krebserkrankungen können die Folge sein. Nicht nur schädliche Duftstoffe werden inhaliert, Studien belegten zudem, dass Passivrauchen auch bei Tieren zu Krebs führen kann. 

Behandlung von Pferden

Pferde können direkt am Lavendel-Öl riechen um die beruhigende Wirkung zu erfahren. Bei Hunden sollte die Flasche jedoch geschlossen bleiben. Bild: Pixabay / ha11ok
Pferde können direkt am Lavendel-Öl riechen um die beruhigende Wirkung zu erfahren. Bei Hunden sollte die Flasche jedoch geschlossen bleiben. Bild: Pixabay / ha11ok

Pferde sind seit Urzeiten mit Kräutern und deren Gerüchen vertraut. Sie waren dazu in der Lage, sich selbst gesund zu erhalten bzw. sich bei Bedarf durch gezielte Aufnahme bestimmter Pflanzenstoffe selbst zu behandeln. Dieser Urinstinkt hilft ihnen auch heute noch bei der Auswahl der passenden Aromaessenz.  

Bei der Anwendung über die Haut können Ölmischungen, Lotionen und Salben zum Einsatz kommen. Im Normalfall sind ätherische Öle ca. 3 % ig in Trägerölen wie Oliven-, Kokos- und Schwarzkümmelöl eingemischt. Heilsalben für kleine Wunden können einen 20 – 50 % igen Anteil an ätherischen Ölen haben.

Meine Pferde fanden es sehr spannend als ich ihnen kurz vor Silvester ein paar entspannend wirkende Öle gezeigt habe. Es wurde sehr interessiert an den Fläschchen gerochen. Der mehrheitliche Beschluss fiel dann auf das Ylang-Ylang-Öl. Da kann ich sie gut verstehen, denn nur bei dem Gedanken an diesen Duft entsteht bei mir ein positives Gefühl der Entspannung. 

Weitere Möglichkeiten sind die Nutzung eines Inhaliergerätes oder das Beduften der Boxen. Man kann beispielsweise auch etwas vom ätherischen Öl auf ein Stück Stoff geben, so dass sich der Duft im Raum verteilen kann.  

Darüber hinaus ist es möglich 1 – 3 Tropfen des ätherischen Öls mit Trägeröl direkt ins Maul zu geben oder ins Futter zu mischen. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass nicht alle Öle oral aufgenommen werden dürfen. Lavendelöl und die meisten Kräuteröle sind aber bei gesunden, nicht trächtigen Pferden unbedenklich.

Ylang Ylang wirkt aufhellend, ausgleichend und erdend. Es kann bei Übererregbarkeit, Angst oder Aggressionen angewendet werden (Inhalation). / Bild: Pixabay / Chuckwalla
Ylang Ylang wirkt aufhellend, ausgleichend und erdend. Es kann bei Übererregbarkeit, Angst oder Aggressionen angewendet werden (Inhalation). / Bild: Pixabay / Chuckwalla

Behandlung von Hunden

Als Fleischfresser sind Hunde nicht auf Pflanzengerüche eingestellt. Allerdings greifen sie im Krankheitsfall auf Gräser und Kräuter zurück. Die meisten Hunde finden auch Öle durchaus interessant. 

Bei Verhaltensstörungen des Tieres ist beispielsweise ein Ansatz, heilsame Gerüche mit positiven Erlebnissen oder auch zu bewältigenden Aufgaben zu verknüpfen. 

Lavendel, Kamille und Rose sowie Öle aus Gewürzkräutern sind für Hunde sehr gut verträglich. Sie sind wertvolle Bestandteile von Shampoos und Balsamen zur Pflege des Tieres, helfen gegen Parasiten, bei Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden oder der Behandlung von Wunden. 

Zur Direktinhalation kann man eine 0,5 % ige Lösung mit geruchsneutralem Trägeröl wie Jojobaöl herstellen. Auch kann man den Hund am geschlossenen Fläschchen riechen lassen.

Sowohl bei Einreibung als auch bei der Inhalation sollte der Anteil an ätherischen Ölen um die 0,5 % liegen. Als Trägeröle für Einreibungen eignen sich Mandel-, Traubenkern- und Olivenöl. Salben können mit Shea- und Kakaobutter hergestellt werden. 

Einige ätherische Öle auf Basis von Gewürzpflanzen können stark verdünnt in einem Trägeröl oral eingegeben werden. Dies sollte jedoch nur nach Rücksprache mit einem erfahrenen Behandler erfolgen. 

Ist der Hund sehr klein, zu schwach oder jünger als 6 Monate, sollte man Vorsicht walten lassen und im Zweifel auf Hydrolate zurückgreifen.

Behandlung von Katzen

Katzen fehlen bestimmte Enzyme im Körper, um ätherische Öle verstoffwechseln zu können, so dass es langfristig zu Leberschäden kommen kann. Es gibt Berichte, nach denen die einmalige Gabe von Teebaum- oder Pfefferminzöl zu neurologischen Ausfällen und schlimmstenfalls zum Tod geführt hat. Daneben gibt es einige Katzen, die im Haushalt mit Aroma-Stoffen in Kontakt kommen und ein langes und glückliches Leben führen, ohne einen Schaden davonzutragen. 

Hier darf man wohl die Entscheidung dem Instinkt der Katze überlassen. Wenn sie sich in einem bedufteten Raum wohlfühlt, obwohl sie die Möglichkeit hat, ihn zu verlassen sollte es für das Tier in Ordnung sein. Zur direkten Behandlung sollte man jedoch definitiv auf Hydrolate zurückgreifen.

Sonderfall: Katzen-Lockstoffe

Einige Duftstoffe sind für Katzen auffallend attraktiv. Besonders wirksam ist das Nepetalacton, das im ätherischen Öl der Echten Katzenminze enthalten ist. 

Der therapeutische Nutzen der Katzenminze ist noch unklar, da z. T. zwanghaftes Belecken des eigenen Körpers oder auch das Urin-Markieren noch verschärft wurde. Doch gibt es auch Berichte von gesunden Katzen in reiner Wohnungshaltung, die den Geruch geniessen und sich mit der Pflanze gern beschäftigen. Katzenminze kann auch die Eingliederung von Artgenossen erleichtern und Revierkämpfe abmildern.

Die Valeriansäure, findet sich unter anderem im Baldrian, dessen Attraktivität für Katzen allgemein bekannt ist. Beide Duftstoffe wirken auf die Katze sehr anziehend, anregend und belebend.

Heimtiere, Vögel und Fische - Aromatherapie: Ja oder nein?

Bei Hamstern sollten - wenn überhaupt - nur Hydrolate angewendet werden. Diese sind dann mit Vorsicht zu dosieren. Gleiches gilt für Kaninchen und Meerschweinchen. Bild : Pixabay / Martin Javorek
Bei Hamstern sollten - wenn überhaupt - nur Hydrolate angewendet werden. Diese sind dann mit Vorsicht zu dosieren. Gleiches gilt für Kaninchen und Meerschweinchen. Bild : Pixabay / Martin Javorek

Vögel sollten nicht mit Aromaölen eingerieben werden, da diese die Federn verkleben. Aber auch auf zu sehr aromatisierte Räume können sie negativ reagieren. Daher sollte keine Aromalampe neben dem Vogelkäfig aufgestellt werden.  Ein paar Tropfen Rosenhydrolat ins Badewasser oder wenige Tropfen Neroli gemischt mit 100 ml destilliertem Wasser können bei Feder-Rupfern jedoch hilfreich sein. 

Kleine Heimtiere sind aufgrund ihrer Grösse ebenfalls nicht für die Therapie mit Aromaölen geeignet. Ein Einsatz von Hydrolaten ist hier einfacher. Hier sollte vorsichtig dosiert werden, ein paar Tröpfchen in der Wasserflasche sind absolut ausreichend. Bei einer Einreibung darf maximal ein Fünftel der Flüssigkeit aus Hydrolaten bestehen. 

Für Fische eignet sich die Aromatherapie überhaupt nicht. Die fettlöslichen Öle würden ungenutzt an der Wasseroberfläche schwimmen, im schlimmsten Fall an den Fischen kleben und Krankheiten verursachen. Hydrolate sind zwar wasserlöslich, können aber den notwendigen pH-Wert im Aquarium so sehr stören, dass es zum Tod der Fische führen kann. 

Amphibien und Reptilien sind aufgrund ihrer Hautbeschaffenheit und ihres Organismus ebenfalls nicht für die Aromatherapie geeignet.

Regeln der Aromatherapie

  • Je jünger der Patient, desto sparsamer die Dosierung
  • Je je älter der Patient, desto häufiger die Anwendung
  • Je leichter das Tier, desto niedriger die Dosierung
  • Je sensibler das Tier, desto geringer die Dosis
  • Je grösser die Beschwerden, desto mehr Öl
  • Je chronischer die Beschwerden, desto länger die Behandlung
  • Je kostbarer ein Duft, desto sparsamer die Anwendung (z. B. Rose)
  • Je schwerer das Öl, desto weniger nimmt man (z. B. Jasmin)
  • Je frischer die Duftnote, desto mehr nimmt man (z. B. Zitrusdüfte)

Hydrolate

Die richtige Auswahl spielt in der Aromatherapie eine entscheidende Rolle. Dieser Hund mag Rosen-Duft :-)
Die Damaszener Rose wirkt stärkend und kann wegen ihrer angenehmen Wirkung auch ausgleichend eingesetzt werden. 1 Klick auf das Bild führt zu den Hydrolaten von PerNaturam. Bei Interesse gerne bei mir melden (Rabatt möglich) Bild: Pixabay/Goran Horvat

Hydrolate bzw. Pflanzenwässer sind Nebenprodukte, die bei der Destillation von ätherischen Ölen entstehen. Hydrolate enthalten die wasserlöslichen Pflanzenstoffe und in Spuren auch ätherische Öle. Sie haben ähnliche Wirkungen wie die entsprechenden ätherischen Öle, sind aber deutlich milder. Der Geruch ist wesentlich schwächer als der des entsprechenden Öls. Genau diese Eigenschaft macht sie aber für den Einsatz bei Tieren so interessant. 

Hydrolate enthalten kaum potenzielle Reizstoffe und sind in der Verdünnung für Tiere leichter zu verarbeiten. Kleine Mengen an Hydrolaten reichen zur Therapie aus. Sie können je nach Tierart unverdünnt aufgesprüht werden. Selbst in starker Verdünnung entfalten sie bei Tieren noch ihre Wirkung.

Hydrolate wirken nicht so stark ätzend und hautreizend wie ätherische Öle und riechen sanfter, so dass sie auch bei Katzen angewendet werden können. Auch ist es kein Problem, wenn Hunde und Katzen nach dem Besprühen das Fell ablecken. Insbesondere Katzen nehmen den Duft von Hydrolaten meist viel besser an als den der ätherischen Öle. Dennoch sollten auch Hydrolate bei Katzen mit Bedacht bzw. in angepasster Dosierung angewendet werden. 

Hydrolate sind, je nach pH-Wert und Herstellungsverfahren, nur wenige Monate bis maximal 1 bis 2 Jahre haltbar, sie sollten dunkel und kühl bei +10 °C gelagert werden. 

Download
Informationsblatt der Fa. PerNaturam
Ihr Tier weiss instinktiv was ihm gerade gut tut. Bei einem Hausbesuch hat es die Möglichkeit sich seinen "Lieblingsduft" selbst auszuwählen :-)
Hydrolate Stand Juli 2022.pdf
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Ich habe mich dazu entschieden, mit den Hydrolaten der Fa. PerNaturam zu arbeiten.

Hier habe ich die Auswahl zwischen verschiedenen zu 100 % naturreinen Hydrolaten ohne Alkohol.

Passend zum Beschwerdebild wird zunächst eine Vorauswahl getroffen. Dann darf das Tier zu Hause 4 Düfte selbst testen, mehr würde den Geruchssinn überfordern. Das weiss jeder der mal zu lange in einer Parfümerie war ;-)

Es ist wichtig zu beobachten, wie ein Vierbeiner auf die verschiedenen Duftstoffe reagiert. Wer sein Tier kennt wird wissen, welcher Geruch bevorzugt und welcher abgelehnt wird. Ein Wegdrehen des Kopfes sollte Zeichen genug sein, um die Präsentation zu beenden.

Hydrolate können auf das Fell, die Haut, aber je nach Fall auch über das Futter gesprüht werden. Es kann ein Kissen besprüht und z. B. zur Beruhigung mit auf den Schlafplatz gelegt werden. Die Anwendungsweise hängt vom jeweiligen Tier ab.

Die Aromatherapie wird aus meiner Sicht vielfach unterschätzt. Düfte spielen eine grosse Rolle im Leben von Mensch und Tier und ihre Wirkungen auf Körper und Seele sind vielfältig. Daher freue ich mich sehr dass ich Ihnen und Ihrem Tier diese Therapieform näher bringen darf :-)

Der wichtigste Grundsatz in der Aromatherapie: Das Tier muss die Düfte mögen. / Bild: Pixabay / StockSnap
Der wichtigste Grundsatz in der Aromatherapie: Das Tier muss die Düfte mögen. / Bild: Pixabay / StockSnap