Rechtliches zum Beruf des Tierheilpraktikers

Die Ausübung des Tierheilpraktiker-Berufes ist (anders als beim Human-Heilpraktiker) gesetzlich nicht geregelt. Auch die Berufsbezeichnung "Tierheilpraktiker" ist nicht geschützt. Eine gesetzliche Richtlinie für die Tierheilpraktiker-Ausbildung gibt es somit nicht. im Idealfall sollten die notwendigen Kenntnisse in einer schulischen Ausbildung mit abschliessender Prüfung erworben worden sein.

Gesetzesgrundlagen für Tierheilpraktiker 📚

Auch wenn die Bezeichnung "Tierheilpraktiker" in Deutschland gesetzlich nicht geschützt ist, gibt es selbstverständlich gesetzliche Regelungen an die sich jeder Tierheilpraktiker in seiner Berufspraxis halten muss. Hierzu zählen u. a.:

  • Das Tierschutzgesetz (TierSchG)
  • Das Tierseuchengesetz (TierSG) 
  • Das Tierarzneimittelgesetz (TAMG)
  • Das Heilmittelwerbegesetz (HWG)

Grenzen des Tierheilpraktikers 🚫

  • Ein Tierheilpraktiker darf keine rezeptpflichtigen Medikamente verordnen oder verabreichen  (z. B. Antibiotika, Schmerzmittel). 
  • Impfungen und Seuchenbekämpfung sind dem Tierheilpraktiker nicht gestattet.
  • Der Tierheilpraktiker darf keine Tiere betäuben oder einschläfern. 
  • Alle mit Schmerzen verbundenen Eingriffe, die eine örtliche oder allgemeine Betäubung notwendig machen (z. B. Operationen, Kastrationen) darf der Tierheilpraktiker nicht durchführen.

Tierarzneimittelgesetz ab 28.01.2022 ❗️

Nach §50 Abs. 2 TAMG dürfen sowohl Tierheilpraktiker als auch Tierhalter Humanarzneimittel nach §2 Abs. 1, 2 und 3a AMG bei Tieren nur noch anwenden, wenn diese von einem Tierarzt für das jeweilige Tier abgegeben oder verordnet wurden. Dazu muss der Tierarzt eine schriftliche Behandlungsanweisung ausstellen. Liegt eine solche Anweisung nicht vor, dürfen Tierhalter und auch Tierheilpraktiker Arzneimittel bei Tieren nur anwenden, wenn diese für Tiere zugelassen oder registriert sind.